"JEDE REISE BEGINNT MIT DEM ERSTEN SCHRITT…"

Der Hobbit, J.R.R. Tolkien


Das Haus Gottes entsteht aus vielen losen Steinen, Jesus selbst ist der Mörtel, der das Haus zusammenhält.

Keine einzelnen, sondern viele Steine…

Keine schmutzigen, sondern behauene Steine…

Keine trüben, sondern transparente Steine…

Keine toten, sondern lebendige Steine…

Keine Klagesteine, sondern Tragesteine…

Keine Dekosteine, sondern Zeugensteine…


Jesus, der lebendige Eckstein…


Attendorn, am Anfang der 90er Jahre:

In Attendorn ist es schwer seinen Glauben zu leben, Christ zu sein. Es gibt den CVJM, den christlichen Verein junger Männer in der evangelischen Kirche, in dem auch ich meine Wurzeln habe. Doch in der evangelischen Kirche sind wir, meine Frau und ich, schon lange nicht mehr wirklich zu Hause. Gut, dass es einen biblischen Hauskreis gibt, der einem Halt und Kraft für das Leben gibt.

In dieser Situation entsteht der Wunsch nach einer Gemeinde, in der Jesus wirklich der Mittelpunkt ist. Der Wunsch und der Auftrag eine Gemeinde zu bauen erfüllt nicht nur Matthias Nietzke und Karl Strasser. Es war ein langer Prozess, in dem wir uns klar wurden, was überhaupt eine Gemeinde ist, welche Ausrichtung sie haben soll und wie wir mit einzelnen Fragen Taufe, Abendmahl, Predigtdienst umgehen wollen. Immer mehr kristallisierte sich heraus, dass wir auch einen Gemeinderaum brauchten.

So entschlossen wir uns einen Gemeinderaum zu suchen und fanden ihn dann auch im Schwalbenohl hinter dem Schlecker, was uns auch den Spitznamen "Schleckertreff" einbrachte.

Den Schlecker gibt es nicht mehr, aber unsere Gemeinde lebt!

Mit viel Einsatz und Unterstützung der anderen Gemeinden - vor allem der Gemeinden in der Ihne und aus Schoppen - wurde der Raum renoviert, Stühle gespendet. Ein PVC-Rohr, schräg abgeschnitten, mit einem Brett aufgeschraubt war unsere "Kanzel", eine Gitarre unsere Orgel, unsere Freude und Gemeinschaft mit dem Herrn der Kitt, der uns bis heute zusammen hält.

Die Gemeine wuchs, Menschen kamen hinzu und verließen die Gemeinde aus verschiedenen Gründen: Manche in Unfrieden, viele, weil Gott sie an einem anderen Ort haben wollte oder die Berufswahl sie aus Attendorn führte. Aber ich bin froh alle ein Stück in ihrem Leben begleitet haben zu dürfen und sie zu meinen Brüdern und Schwestern zählen zu können.

Nicht nur Erwachsene kamen zu uns, auch Kinder und Jugendliche wurden mitgebracht und angeschleppt. Erst begannen wir sonntags mit einer Kinderstunde, die später durch eine Jungschar ergänzt wurde.

Auch der Ruf zu einer Jugendarbeit wurde immer stärker und so begann ich mich um den Haufen der pubertierenden Teens zu kümmern, was bei weitem nicht immer einfach war, aber immer auch viel Spaß machte. Die Jugendarbeit brachte mir durch die Vorbereitungen zu den Gruppenstunden auch eine tiefere Gotteserkenntnis, denn Kinder fragen und wollen auch immer eine Antwort haben und diese Antwort darf nicht so sein, wie ich sie mir vorstelle, sondern so wie Gott sie sieht.

Auch das Singen war immer etwas, das uns im Jugendkreis verbunden hat. Nicht immer alle Töne treffend, aber mit einer Inbrunst, die das wettmachte.

Aus Kindern werden Leute und so planen wir für diesen August ein Ehemaligentreffen des Jugendkreises in Attendorn.

In den letzten zwanzig Jahren waren wir von der Gemeinde aus immer wieder missionarisch unterwegs: Wir betreiben einen Büchertisch auf dem Markt in Attendorn, haben mit der Barmer Zeltmission Zeiteinsätze an der Stadthalle veranstaltet, hatten den Mobitreff, den umgebauten Reisebus der Zeltmission, an der Rundsporthalle im Schwalbenohl, und in jedem Herbst bauen wir auf dem Martinimarkt unseren Stand mit Büchern und Kalendern für das kommende Jahr auf.


Gott hat uns so reich gesegnet, dass wir gerne davon weitergeben.

Gerne erinnere ich mich an die Ausflüge und Freizeiten, die ich mit meinen Geschwistern verbringen durfte.


Ich bin kein Mensch, der im Gestern lebt. Gott hat uns für den heutigen Tag geschafften und für das Morgen in Ewigkeit. Einen Rückblick kann man mit einem Fokus auf Traurigkeit aber auch auf Freude halten und sich daran erfreuen, wie der Herr einen jeden geführt und bewahrt hat. Wenn Gott Großes mit uns vorhat, trägt er uns durch Schwierigkeiten und Abgründe. Schritt für Schritt seinen Spuren folgend. Ich wünsche der Gemeinde und mir weitere zwanzig Jahre unter dem Herrn, der alles in seiner Hand hält.




Harald Bender


UNSER WEG NACH ATTENDORN


"Komm herüber nach Attendorn und hilf uns!" (Apg. 16,9)


Es war in den Jahren 1994 / 95 in denen wir Mathias und Ursel Nietzke kennen lernten.

Damals wohnten wir in Vogelsang-Grünholz an der Ostsee. Dort hatten wir als Mitarbeiter der Deutschen Inlandmission (DIM) eine Gemeinde gegründet, die aus der Missionsarbeit, die wir 1982 begonnen hatten, entstanden war. Ganz deutlich haben wir Gottes Führung nach Schwansen, die Halbinsel zwischen Schlei und Ostsee, erlebt. Wir wussten uns in diese Missionsarbeit an die Ostsee von Gott gerufen, aber nach 12 Jahren spürten wir auf Grund einiger Entwicklungen in der Gemeinde, dass es gut war, uns von dieser Aufgabe zu lösen und die Verantwortung an die Brüder abzugeben... Diesen Ablösungsprozess erlebten Mathias und Ursel Nietzke, die uns einige Male für mehrere Tage besuchten auch durch einen intensiven telefonischen Kontakt mit.

Sie standen in der Aufgabe der Gemeindegründung in Attendorn, in die sie sich durch die Arbeitsstelle von Mathias an der Krankenhausapotheke geführt sahen. Durch etliche Gespräche stellten Nietzkes und wir fest, dass unsere Sicht und unser biblisches Verständnis über Gemeinde deckungsgleich war. Und so entstand aus manchen Überlegungen das Gebet: "Herr Jesus, willst du Mathias und mich gemeinsam in der Missions- und Gemeindegründungsarbeit in Attendorn gebrauchen, um uns gegenseitig in unseren verschiedenen Gaben zu ergänzen und zu unterstützen?"

Nach vielen Gesprächen mit verschiedenen verantwortlichen Brüdern, mit Freunden und Verwandten, nach vielen Gebeten, "kamen wir zu dem Schluss, dass Gott uns gerufen hatte, ihnen das Evangelium zu bringen." (Apg. 16,10)

So trafen wir im Herbst 1995 die Entscheidung, für den Sommer 1996, zum Schuljahreswechsel unserer Kinder, den Umzug nach Attendorn zu planen. In dieser Zeit meldete sich unser viertes Kind an und Marie wurde dann 6 Wochen vor dem Umzug geboren. Nachdem wir dann unser Haus im Schwalbenohl 35 bezogen, die drei großen Kinder in ihrer neuen Schule begonnen hatten und wir in Attendorn richtig angekommen waren, fand am 15. September 1996 der

1. Gottesdienst hier in unserem Gemeinderaum in der Lübecker Straße statt.

Leider musste Mathias mit seiner Familie am Ende des Jahres 2000 nach Herdecke umziehen, da die Krankenhausapotheke in Attendorn geschlossen wurde und er in Dortmund eine neue Anstellung fand. In einer Übergangszeit von 2 Jahren kam Mathias mit seiner Familie jeden Sonntag zur Gemeinde nach Attendorn um uns mit seiner Lehrgabe zu unterstützen.

Wir sind dankbar, dass wir in den vergangenen 20 Jahren vielen unterschiedlichen Menschen in Attendorn das Evangelium auf ganz unterschiedliche Weise weitergeben durften.

In Attendorn entstand eine Gemeinde und wir durften Gottes Treue erleben, der diese Gemeinde in dieser Zeit bewahrt hat.

Besonders dankbar bin ich persönlich für Karl Strasser und Harald Bender mit ihren Frauen, die uns von Beginn an durch die lange Zeit von 20 Jahren begleitet haben.





Martin Piepersberg