WAS MICH BEWEGT


Vor kurzem lasen wir folgende Andacht von Wilhelm Busch:


Es begab sich, da Jesus reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläa.

Lukas 17,11


„Mitten durch Galiläa!“ - Wenn man einem Offizier der römischen Besatzung Galiläer nannte, wurde er nervös: „Ach das Land, wo immer Unruhe ist; wo der Friede nie einkehrt!“ Ja, das war Galiläa.

Man könnte rückschauend auch so sagen: In Galiläa lebten Leute, die die Not der Zeit einfach nicht mehr ertrugen, Verzweifelte und Elende, die sich brennend sehnten nach der

Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes.


Mitten durch dieses Land wandert Jesus. Diese Straßen hat er auch heute noch am liebsten, wo die Elenden wohnen.“ Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben“, sagt Gottes Wort.


Und durch Samaria wandert der Herr. Samaria! Die Leute in Jerusalem schüttelten sich: Dies heidnische Volk! Und mit dem Heidentum waren alle schmutzigen Sünden in Samaria zu Hause: Unkeuschheit, Lüge, Unehrlichkeit, Hochmut. Es ist typisch, dass die einzige samaritanische Frau, von der das Neue Testament erzählt, eine wüste Ehebrecherin war.  (Joh. 4)

Wenn einer aus Jerusalem nach Norden reiste, setzte er lieber zweimal über den Jordan, ehe er durch Samaria zog.


Nicht so unser Heiland. Es wird betont gesagt: „Er zog mitten durch Samaria.“ Jesu Weg geht mitten durch das Sünderland. O ihr Selbstgerechten! Man wird Jesus eher in den elendesten Stätten der Sünde finden, wo man weiß, dass man ein Sünder ist, wo man das verklagende Gewissen kennt, als in Eurer selbstzufriedenen Gerechtigkeit – die doch in Fetzen davongehen wird, wenn wir vor dem unbestechlichen Richter stehen. Ja, bei den Elenden und Sündern wird Jesus gefunden.

Amen

Werner Boueke