Für  Daniel (30.05.1988 – 24.04.2014)  

   

Beisetzung im Waldfriedhof  Attendorn am  30.04.2014


Das kurze Gewitter vor 6 Tagen hat bei jedem von uns  Spuren hinterlassen. Als es laut donnerte, war Daniel bereits tot. Ein tödlicher Blitz hatte ihn getroffen und seinen Begleiter verletzt. Viele Menschen hörten von diesem Ereignis und haben betroffen reagiert. Es kamen Fragen auf, menschliche Fragen: War das nicht vermeidbar,  warum musste das passieren, könnte das auch mich treffen?
Wir fragen:  Warum? – und bekommen die Antwort: „Was haben die zwei Männer um 13:30 Uhr auf dem Feld zu suchen?“  Waren sie also leichtsinnig oder gedankenlos? Tatsächlich versuchten sie bereits nach dem 2. Blitz Deckung aufzusuchen, die sie nicht mehr erreicht haben.

Die beiden Kripo-Beamten erkundigten sich, ob Daniel größer war und so den Blitz auf sich gezogen hat. – Nein, er war  nicht größer!

Ein Angehöriger   meinte, der Überlebende war halt stabiler, kräftiger. Der Unfallchirurg suchte als Erklärung die regennasse Hose des Überlebenden, gewissermaßen als Blitzableiter.
 Aber: Waren nicht beide Männer vom Regen gleichermaßen nass?

Die Auswirkungen am Ort des Geschehens zeigen: Die gewaltige Energie hat beide Männer umgeworfen, ihre Hosen zerfetzt, die Schuhe zerborsten und Teile davon im Umkreis von mehreren Metern zerstreut – eine unvorstellbare Energie, sicher genug für beide, aber einer bleibt lebendig, der andere stirbt.

Warum Daniel – Die Formulierung „zur falschen Zeit am falschen Ort“ greift hier nicht. War es schicksalhaft, unvermeidlich? Warum der jüngere gesündere?


Warum dieser Sarg?

Warum nicht 2 Särge?

Oder ein ganz anderer Sarg, vielleicht meiner oder deiner?


Um dennoch scheint uns gerade Daniel der falsche zu sein:

Daniel wurde am 30.05.1988 geboren, hat die Schule in Attendorn besucht und mit Abitur abgeschlossen. An der Siegener Uni studierte er Physik und Mathematik für das Lehrfach. Seine Referendarzeit  war bereits beendet.

Daniel ging seinen Weg konzentriert und zielstrebig – aber nicht mit Ellenbogen, nicht auf Kosten anderer – Daniel war ein Teamplayer, im Leben und besonders in seinem Hobby: Fußball, seine große Leidenschaft.  Er liebte Gemeinschaft, war zugewandt und so ein Sonnenschein für seine Mitmenschen und seine Familie.

Dazu war er fleißig und hat durch Jobs wie Nachhilfe und Schiedsrichtertätigkeit seinen Lebensunterhalt ergänzt.

Daniel durfte seine Lehrertätigkeit im Riviusgymnasium nicht aufnehmen, konnte also den Beruf, auf den er so zielstrebig zugegangen ist, nicht ausüben. Wir fragen: Warum?

Je mehr ich von Daniel sehe, umso mehr bekomme ich Einblick in das eigentlich Unfassbare.

Wir suchen einen passenden Text zur Traueranzeige: Daniel gibt ihn uns vor mit einem Bibeltext, den er am Schreibtisch stehen hatte:

Gott nahe zu sein ist mein Glück (Psalm 73, Vers 28)

Dieser Lieblingsvers auf seinem Schreibtisch zeigt: Fußball war seine große Leidenschaft, aber wahres Glück findet er bei Gott.

Mit 17 Jahren führte ihn seine Suche nach Gott in die Christliche Gemeinde Attendorn. Er hatte den Wunsch, Gott nahe zu sein. Er findet in dieser Gemeinde keinen großen Kreis von jungen Leuten, keine besondere  Action oder mitreißende musikalische Events. Aber er findet Gott und war treu und zielstrebig dabei. Aus dem Suchenden wurde ein Mitarbeiter. Daniel beteiligte sich als Leiter der Kindergruppe, im Jugendkreis und später leitete er auch Erwachsenenkreise. Für seine Mutter wurde er ein Wegweiser zu Jesus.

Daniel suchte Gott, wir suchten einen Spruch für die Traueranzeige und  ein Freund Daniels war auch auf der Suche: Am Samstag, 2 Tage nach dem Blitz suchte er die Eintrittskarte für das Fußballspiel die Daniel besorgt hatte. Er durchwühlte Daniels Zimmer ohne Erfolg. Seine Eltern konnten beim Aufräumen eine wertvolle Entdeckung machen:


Daniels Testament

Hier geht es nicht um die Verteilung von ein paar Habseligkeiten. Den Text hatte Daniel im Jahre 2009 niedergeschrieben. Er  sollte ein Trost sein für seine Familie. Daniel äusserte fürsorgliche Gedanken für enge Freunde. Sie sollten aus seinem Weg  lernen. Weiter hinterlässt er Gedanken bezüglich seiner Bestattung.

Gott nahe zu sein ist mein Glück.

Lassen Sie mich zusammenfassen:

- Ein Mensch, der naturwissenschaftlich denkt, ein Lehrer für Mathe und Physik – sucht Gott

- Ein freundlicher, beliebter Sonnenschein – sucht den Erlöser. Er merkt, dass er Dinge, die er in seinem Leben falsch gemacht hat, nicht selbst in Ordnung bringen kann. Jesus Christus muss für ihn eintreten.

- Zur Überbrückung nach der Referendarzeit bis zur Festanstellung besucht er eine Bibelschule – er hört von Gott, den er jetzt sieht!

- Sein Testament zeigt: Er rechnet mit Gott und dem Leben nach dem Tod – dem Himmel!

- Er ist  zielstrebig durch sein Leben gegangen – genauso zielstrebig ist er von Gott zu sich geholt worden. Ein gezielter Zugriff Gottes auf einen Mann, der mehr darauf vorbereitet war als die meisten von uns.  Der Blitz war nicht Ausdruck von höherer Gewalt, sondern von höchster Gewalt!

Auch wenn wir gerade ein wenig von dem Warum entschlüsselt haben, der Abschiedsschmerz bleibt. Vielleicht auch der fragende Wunsch: Gibt es ein Wiedersehen?

Dazu darf ich Ihnen sagen: Das liegt an Ihnen!

Jesus spricht:  Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt;

Glaubst du das?  (Johannesevanglium 11, Vers 25)


Wir haben die Einladung von Jesus – wollen Sie das? Möchten Sie Gott und Daniel ganz nahe sein?

Gott nahe zu sein ist mein Glück.


Zum Schluss die Frage: Wer hat nun Glück gehabt von den beiden Männern, die vom Blitz getroffen wurden? Der Überlebende hat mir diese Frage beantwortet (er wurde seiner Frau und seinen 3 Kindern neu geschenkt)

Er sagt:  BEIDE haben Glück!

Es scheint, dass Daniels Lebensspiel viel zu früh, schon in der 1. Halbzeit abgepfiffen worden ist. Dennoch hat er viel bewegt, das beweist auch die überwältigende Anteilnahme hier. Und er geht als glücklicher Sieger vom Platz:

Gott nahe zu sein ist mein Glück.