NACHgeDACHT


Was die Bibel lehrt


Die vier Grundsäulen der Gemeinde


"Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft,im Brechen des Brotes und in den Gebeten"

(Apostelgeschichte 2, 42)             


Das ist das Zeugnis der ersten Christen vor rund 2000 Jahren. Und das, was wir hier lesen hat auch heute noch Bestand und hat das Zusammenleben in der weltweiten Gemeinde Christi bis heute geprägt. Wie wichtig und wie segensreich das praktische Anwenden dieser vier göttlichen Grundsäulen auch für das persönliche Glaubensleben ist, wollen wir uns in dieser und in den nächsten drei Ausgaben der Gemeinde-Info ansehen.


Die Lehre der Apostel


Die erste und wichtigste Säule ist die "Lehre der Apostel". Sie beruht auf dem, was die Apostel, die den Herrn Jesus persönlich gekannt oder wie später auch Paulus, erkannt haben, von Jesus Christus gelehrt wurden und selbst gelehrt haben. Sie verkündigten das, was der Heilige Geist ihnen eingab. Die Briefe des neuen Testaments sind die Belege für das Wirken an den Herzen der Apostel. Es sind wichtige Gedanken über die Person des Herrn Jesus selbst, über das Verhalten der Gläubigen in der Beziehung zu Gott und untereinander, das Zusammenleben der Christen in der Gemeinde und im Alltag und viele weitere wichtige

Themen für ein Leben im Glauben. Die Apostellehre gründet sich nicht nur auf das Neue Testament, sondern bezieht das Alte Testament mit ein. Beides gehört untrennbar zusammen. Daher schrieb der Apostel Paulus in


2. Timotheus 3, 16:

"Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre,

zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,

damit der Mensch Gottes richtig (oder vollkommen) sei, für jedes gute Werk ausgerichtet."

Das Wort "Lehre" hat heutzutage für viele Christen eher etwas mit Theorie, Dogmatik und Gesetzlichkeit zu tun, im Gegensatz zu dem, was es wirklich ist. Wir können den Begriff "Lehre" auch mit "Predigt", "Zeugnis" oder "Bekenntnis" übersetzen. Das hört sich doch schon besser an, oder? "Lehre" hat immer etwas mit unserem praktischen Glaubensleben zu tun, auch wenn das zunächst nicht gleich erkennbar ist. "Lehre" ist eben nicht nur die "Predigt" am Sonntagmorgen, in der uns wichtige Grundlagen aus der Bibel vor Augen gestellt werden. Das ist natürlich zunächst einmal Theorie. Die Fakten, die wir aus dem jeweiligen Bibelabschnitt erkennen, sollen uns nun zu der Frage führen, was das Gelesene mit unserem persönlichen Glaubensleben zu tun hat. Wenn wir diese Frage ehrlichen Herzens stellen, werden wir merken, dass "Lehre" etwas sehr Praktisches ist, weil der Herr Jesus selbst durch den Heiligen Geist zu uns spricht.


Keine Praxis ohne Theorie.


Wir erinnern uns sicherlich noch an die Zeit, als wir unseren Führerschein gemacht haben. Zunächst wurden wir theoretisch in die einzelnen Funktionen des Autos eingewiesen, bevor wir das erste Mal den Zündschlüssel umdrehen durften und die Fahrt losging. Genauso ist es in der Unterweisung im Wort Gottes. Ich muss mir zunächst die theoretischen Kenntnisse aneignen, um sie dann im Alltag meines Glaubenslebens praktisch umzusetzen. Das hat auch etwas mit Glaubensgehorsam zu

tun. Bin ich bereit, das, was der Herr Jesus mich in Seinem Wort erkennen lässt auch zu tun? Wir sollen ja nicht nur Hörer oder Leser Seines Wortes sein, sondern viel mehr "Täter Seines Wortes". Das ist nicht eine einmalige Sache, sondern ein ständiger Prozess, der mein ganzes Leben hindurch aktiv gelebt werden muss. Das heißt auch, dass ich mich diesem Prozess täglich neu aussetze und meinen Teil dazu beitrage, damit der Heilige Geist mich prägen und mehr und mehr in das Bild des Herrn Jesus verwandeln kann.


Die Aufgabe der "Lehre"


war in der Anfangszeit der Gemeinde, die Neubekehrten in den Grundlagen des Wortes Gottes zu unterweisen, die Gläubigen in der Nachfolge zu stärken und zu ermutigen und Ungläubige mit dem Wort Gottes bekannt zu machen (Evangelisation). Daher achteten die Apostel in der "Lehre" auf Ausgewogenheit, damit alle mit dem Wort Gottes erreicht wurden. Das bedeutet nun auch für uns heute, den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen (Apg. 20, 27) und sich nicht nur auf bestimmte Bibeltexte oder Themen zu beschränken (2. Tim. 3, 16). Eine gesunde Lehre beruht allein auf der ganzen Heiligen Schrift. Wenn wir die Bibel im Zusammenhang lesen und auslegen, wird uns der Heilige Geist auch

das richtige Verständnis für das Wort Gottes schenken. Wir tun gut daran, darauf zu achten, dass es auch weiterhin so bleibt.


Das Ziel der "Lehre" ist, Menschen in eine echte und lebendige Beziehung zu Gott dem Vater, durch Jesus Christus und die Wirkung des Heiligen Geistes, zu bringen. Damit dieses Ziel erreicht wird, hat uns der Herr Jesus dazu die wichtigste Grundlage mit auf den Weg gegeben, die Er uns in

Matthäus 28, 19 + 20a mitgeteilt hat:


"Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie

auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,

und lehrt sie alles zu bewahren"


Das ist unser Auftrag und unsere Verantwortung. Jeder wiedergeborene Christ hat die Aufgabe, gemäß der geistlichen Gaben, die ihm von Gott geschenkt sind, an diesem Auftrag mitzuwirken.


HJ A.